EuGH-Urteil C-440/23 bestätigt nationale Verbotsrechte bei grenzüberschreitenden Glücksspielangeboten
Geschrieben von Avery Müller · 28.5.2026

EuGH-Urteil C-440/23 bestätigt nationale Verbotsrechte bei grenzüberschreitenden Glücksspielangeboten

Das Gericht der Europäischen Union hat in der Rechtssache C-440/23 klargestellt, dass EU-Recht Mitgliedstaaten wie Deutschland nicht daran hindert, bestimmte Formen des Online-Glücksspiels zu verbieten, selbst wenn die Anbieter über eine Lizenz aus einem anderen EU-Land wie Malta verfügen, und diese Entscheidung stützt sich auf Gründe des Allgemeininteresses wie den Verbraucherschutz, während die Kläger aus Deutschland Rückerstattungen für Verluste aus den Jahren 2019 bis 2021 gefordert hatten, die unter der damaligen nationalen Verbotsregelung entstanden waren.
Hintergründe der Klage und beteiligte Parteien
Deutsche Spieler hatten gegen Betreiber geklagt, die virtuelle Automatenspiele sowie bestimmte Lotteriewetten über maltesische Lizenzen angeboten hatten, und sie beanspruchten die Erstattung ihrer Einsätze mit der Begründung, dass die Angebote nach EU-Recht zulässig seien, doch das Gericht wies diese Argumentation zurück und verwies darauf, dass ohne eine unionsweite Harmonisierung der Glücksspielregulierung die nationalen Vorschriften Vorrang behalten, während die Kläger auf die Dienstleistungsfreiheit nach dem EU-Vertrag pochten.
Die Europäische Kommission sowie mehrere Mitgliedstaaten hatten sich in dem Verfahren zu Wort gemeldet und betont, dass unterschiedliche regulatorische Ansätze in den einzelnen Ländern weiterhin bestehen bleiben, und das Urteil vom April 2026 unterstreicht diese Position, indem es die Autonomie der Mitgliedstaaten bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen gegen Suchtgefahren und illegale Angebote bestätigt.
Rechtliche Begründung des EuGH
Das Gericht stellte fest, dass die deutschen Verbote mit den EU-Grundfreiheiten vereinbar sind, da sie durch zwingende Gründe des Allgemeininteresses gerechtfertigt werden, und dabei verwies es auf die Notwendigkeit, Spieler vor übermäßigen Verlusten zu schützen sowie die Integrität der Lotteriemärkte zu wahren, während die maltesischen Lizenzen keine automatische Anerkennungspflicht in anderen Mitgliedstaaten auslösen.
Richter betonten, dass die bisherige deutsche Regelung vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 auf legitimen öffentlichen Interessen beruhte, und sie wiesen darauf hin, dass die betroffenen Anbieter trotz ihrer EU-weiten Lizenz keine Rechte auf uneingeschränkten Marktzugang in Deutschland ableiten können, solange die nationalen Beschränkungen verhältnismäßig und nicht diskriminierend ausgestaltet sind.

Auswirkungen auf Rückerstattungsansprüche
Die Entscheidung hat direkte Folgen für laufende und künftige Klagen von Spielern, die zwischen 2019 und 2021 Verluste bei nicht in Deutschland zugelassenen Plattformen erlitten haben, und sie führt dazu, dass solche Ansprüche in der Regel abgewiesen werden, während die Gerichte nun verstärkt auf die nationale Verbotslage abstellen und die EU-Dienstleistungsfreiheit nicht als Durchbrechung dieser Regelungen ansehen.
Rechtsexperten beobachten, dass das Urteil die Position der deutschen Aufsichtsbehörden stärkt und weitere Verfahren gegen ausländische Anbieter erleichtern könnte, und gleichzeitig wird deutlich, dass ohne eine einheitliche EU-Regelung die einzelnen Staaten ihre eigenen Schutzstandards aufrechterhalten dürfen.
Reaktionen und weitere Entwicklungen bis Mai 2026
Deutsche Behörden haben das Urteil begrüßt, da es die bestehende Praxis der Durchsetzung nationaler Verbote bestätigt, und maltesische Lizenzinhaber sehen sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, ihre Marktzugangsstrategien in Ländern mit strengen Regelungen anzupassen, während in Brüssel erste Diskussionen über mögliche Harmonisierungsansätze aufgenommen wurden.
Im Mai 2026 zeichnet sich ab, dass die Rechtsprechung als Präzedenzfall für ähnliche Fälle in anderen Mitgliedstaaten dienen wird, und sie trägt dazu bei, die Fragmentierung des europäischen Glücksspielmarktes weiter zu festigen, ohne dass unmittelbare Änderungen an den nationalen Gesetzen erforderlich sind.
Zusammenfassung
Das Urteil in der Rechtssache C-440/23 des EuGH hat die rechtliche Lage für grenzüberschreitende Online-Glücksspielangebote in der EU nachhaltig geprägt, indem es die Kompetenz der Mitgliedstaaten zur Einführung und Durchsetzung von Verboten aus Gründen des Verbraucherschutzes bestätigt und gleichzeitig Rückerstattungsforderungen deutscher Spieler für den Zeitraum 2019 bis 2021 zurückgewiesen hat, und diese Entwicklung wird die regulatorische Landschaft in den kommenden Jahren weiter beeinflussen. Judgment in Case C-440/23 bietet dabei die zentrale Referenz für alle beteiligten Parteien.